Unsere Basis: Erfahrung und Fortschritt
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Neurologisches Phasenmodell

Seit den 1950er Jahren haben die Kliniken Schmieder die einzelnen Stufen der Neurologischen Rehabilitation aus der Praxis heraus entwickelt.

Behandlungskonzepte und Struktur des Hauses werden laufend den Fortschritten der Akutmedizin und der Rehabilitationsmedizin angepasst. Heute sind die Stufen und die ihnen entsprechenden Behandlungskonzepte der stationären und ambulant/teilstationären Neurologischen Rehabilitation im Phasenmodell der Kostenträger formuliert. Es ordnet alle Aspekte der Neurologischen Rehabilitation je nach Schweregrad und Dauer der Erkrankung den Behandlungsphasen A bis F zu.

Mit F wird die Phase der Langzeitpflege und -betreuung von Patienten ohne Rehabilitationsfortschritte bezeichnet.

Phasenmodell

Komplexität des Gehirns

Die Neurologische Rehabilitation ist komplex. Inhalte und Konzepte der Neurologischen Rehabilitation leiten sich aus der Struktur des menschlichen Gehirns und der Schwere seiner Schädigung ab. Weil das Gehirn als Schaltzentrale alle körperlichen, geistigen und seelischen Vorgänge steuert, ziehen Schädigungen vielschichtige Funktionsstörungen nach sich. Häufig sind unsere Patienten durch Sprach- oder Rechenstörungen, Lähmungserscheinungen oder auch seelische Beeinträchtigungen im Kern ihres Daseins getroffen. Eine enge Verzahnung vieler medizinischer und therapeutischer Disziplinen ist notwendig, um den Rehabilitationsfortschritt je nach Schweregrad und Stadium der Erkrankung optimal zu gestalten.

Organische Ebene
Das Gehirn ist das Steuerungsorgan des Menschen. Es umfasst über zehn Milliarden Nervenzellen, von denen jede mit bis zu 10.000 anderen Nervenzellen verbunden ist. Die verschiedenen Regionen des Gehirns sind für bestimmte Funktionen zuständig. Unser Denken und unsere Wahrnehmung, aber auch die motorische Kontrolle finden hier statt. Selbst lebenswichtige Funktionen wie Herztätigkeit, Blutkreislauf und Atmung werden in einem Teil des Gehirns kontrolliert. Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus wird im Hirnstamm gesteuert.

Personelle Ebene
Aufgrund ihrer Komplexität braucht die Neurologische Rehabilitation viele medizinische und therapeutische Disziplinen. Die Interdisziplinarität eines Reha-Teams zeigt dies deutlich: Hochspezialisierte Ärzte leiten das Team, darunter Neurologen, Psychiater, Psychotherapeuten, Internisten, Orthopäden, Intensivmediziner und Geriater. Rehabilitations-Pflegekräfte und Therapeuten aus vierzehn Disziplinen arbeiten mit dem verantwortlichen Arzt Hand in Hand.

Systemische Ebene
Wenn die Neurologische Rehabilitation optimal sein soll, muss sie der Komplexität des Gehirns in Konzepten, Organisation und Realisierung Rechnung tragen. So sind in der Neurologischen Rehabilitation verschiedene Phasen erforderlich, die ganz unterschiedliche Infrastrukturen und therapeutische Disziplinen benötigen. Jahrzehntelange klinische Erfahrung führte zur Entwicklung des Phasenmodells der Neurologischen Rehabilitation, das Patientengruppen und zugeordnete Behandlungsabläufe definiert. Das Phasenmodell wurde an den Kliniken Schmieder modellhaft entwickelt und durch mehrjährige Forschung verifiziert.

Funktionelle Ebene
Wenn bestimmte Hirnregionen durch Unfall oder Krankheit geschädigt sind, erleidet der Patient häufig gleichzeitige Funktionsdefizite unterschiedlichster Art. Oft werden zum Beispiel durch einen Schlaganfall Halbseitenlähmungen und Sprachstörungen ausgelöst. Auch Störungen des Planens und Handelns, Rechenstörungen oder Sehstörungen können mit motorischen Funktionsausfällen einhergehen. Überdies ist der Anteil multimorbider neurologischer Patienten groß. Neben der Hauptdiagnose haben sie oft mehrere, häufig internistische Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Hypertonie. In mehr als 60 Prozent der Fälle sind es drei oder mehr Erkrankungen. Bei jedem dritten Patienten liegen fünf oder mehr Diagnosen vor.