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Dr. Dagmar Schmieder, Ehrensenatorin der Universität Konstanz

"Forschung muss in der Gesellschaft ankommen"

Dr. Dagmar Schmieder über den Stellenwert von Forschung für die Neurologische Rehabilitation
Dr. Dagmar Schmieder etablierte mit ihrem persönlichen Einsatz und ihrer engagierten Förderung neue Wege für eine exzellente Forschung. Sie gehört deshalb auch zum Kreis der Persönlichkeiten, denen die Auszeichnung zur Ehrensenatorin für ihr außergewöhnliches Engagement für die Universität Konstanz verliehen wurde.

Frau Dr. Schmieder, wie genau sieht die Kooperation der Kliniken Schmieder mit der Wissenschaft aus?

Schmieder: Das stärkste Bindeglied zwischen der Universität und den Kliniken Schmieder ist zweifellos unser Lurija Institut für Rehabilitationswissenschaften und Gesundheitsforschung. Es wurde 1997 als erstes An-Institut der Universität Konstanz gegründet und ist seither ein Knotenpunkt für die gemeinsame Forschung von Wissenschaftlern, Ärzten und Therapeuten. In den Fachbereichen der Klinischen Psychologie, Sportwissenschaft und Sprachwissenschaft konnte somit schon vieles vorangetrieben werden. Des Weiteren verleiht die Stiftung Schmieder jährlich einen Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten an der Universität Konstanz, und gemeinsam konnte auch die Einführung des neuen Studienganges „Klinische Neuropsychologie" erreicht werden. Das sind nachwuchs- und forschungsfördernde Impulse, von denen die Universität, die Klinik und letztlich auch unsere Patienten profitieren.

Woher rührt dieses außergewöhnliche Engagement für die Forschung?

Schmieder: Wissenschaftliche Forschung wurde früher noch von vielen als realitätsferne Arbeit im Elfenbeinturm wahrgenommen. Dabei hat sich an den Hochschulen in dieser Hinsicht schon viel getan. Anstelle von l’art pour l’art muss Forschung auch in der Gesellschaft ankommen – sie muss an ihre Bedürfnisse und Notwendigkeiten gekoppelt werden. Eine gute regionale Verankerung ist dabei meiner Meinung nach ein Erfolgsgarant für eine effiziente Wissenschaft, und dafür setze ich mich gerne ein. Schließlich hat Forschung bei den Kliniken Schmieder Tradition – die Behandlungsmethoden für neurologische Patienten zu überprüfen und weiter zu entwickeln war schon 1950 bei der Gründung des Unternehmens ein wichtiges Ziel, und an diesem arbeiten wir auch heute.

Welche Bedeutung hat die Auszeichnung zur Ehrensenatorin der Universität Konstanz für Sie?

Schmieder: Natürlich freue ich mich über die Anerkennung – schließlich liegt mir viel daran, die Wissenschaft bestmöglich zu fördern – sei dies nun an der Universität Konstanz oder an einer unseren anderen universitären Kooperationseinrichtungen. Diese Anerkennung gilt nicht nur mir persönlich. Forschung funktioniert nur im Team. Denn bis die Forschung den Patienten erreicht, ist es ein langer Weg, an dem sehr viele Menschen mit beteiligt sind. Deshalb gilt diese Anerkennung nicht nur mir, sondern allen Mitarbeitern, die sich für Forschung und Lehre in den Kliniken Schmieder engagieren. Die Kliniken Schmieder zählen mit all ihren sechs Standorten mittlerweile 1.800 Mitarbeiter, und wir alle ziehen an einem Strang, um neurologisch Erkrankten eine Perspektive zu bieten. Die Forschung ist dabei ein wichtiger Motor, immer wieder über uns selbst hinauszuwachsen und die neurologische Behandlung stetig zu verbessern. Bei dieser Aufgabe einen Partner wie die Universität Konstanz an der Seite zu haben, hilft. Und der Universität helfen im Gegenzug unsere praktischen Erfahrungswerte. Das ist Synergie pur.

Bildergalerie: Verleihung der Ehrensenatorenwürde
Prof. Ulrich Rüdiger würdigt das Engagement von Frau Dr. Schmieder für die Forschung