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Besuch des Sozialministers Manfred Lucha

Förderung für Frührehabilitation

15.07.2017, Allensbach

Mitte Juli überreichte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha den Kliniken Schmieder einen Scheck in Höhe von 2,62 Millionen Euro zur Förderung der Neurologischen Frührehabilitation. Welche Möglichkeiten und Chancen in der Neurologischen Frührehabilitation liegen, wie es ihr gelingt, dass selbst Menschen mit schwersten Schädigungen wieder Lebensqualität erlangen oder eine Pflegebedürftigkeit vermeiden, das erfuhr der Minister im Anschluss bei einer Klinikführung durch die Abteilung der Frührehabilitation.

„Die Kliniken Schmieder leisten hervorragende Arbeit in ihrem Fachgebiet seit vielen Jahrzehnten“, hob Lucha bei der Übergabe des Scheckes hervor. Die Förderung solle dazu beitragen, Patienten adäquat zu versorgen, damit sie auch passgenau die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Wie schwerst neurologisch betroffene Patienten in der Frührehabilitation behandelt werden, erfuhr der Minister auf einer Führung durch die Abteilung in Allensbach. Er war sichtlich vom Einsatz modernster Therapiegeräte und Therapiemethoden beeindruckt. Fast auf den Tag genau vor 26 Jahren, im Juli 1991, wurde in den Kliniken Schmieder Allensbach in Kooperation mit dem baden-württembergischen Sozialministerium die erste Abteilung dieser Art in Baden-Württemberg eröffnet – damals eine Modelleinrichtung, die schnell Schule machte. Heute existieren Frührehabilitations-Einrichtungen in ganz Deutschland. Sie versorgen neurologische Patienten direkt nach der Akutphase, wo sie noch schwerst beeinträchtigt bereits therapiert werden. „Je früher die Therapie beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Behandlungserfolge beim Patienten erzielen zu können“, erläuterte Prof. Dr. Joachim Liepert. „Mit dem Behandlungskonzept betrat man damals Neuland, in dem viele verschiedene Berufsgruppen wie Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte gemeinsam am Patienten arbeiteten.“ Der Umfang, die Intensität und die enge interdisziplinäre Verzahnung der Behandlung – zum Teil unter intensivmedizinischen Bedingungen mit Beatmungsbetten und Monitoring – seien Faktoren gewesen, die den Erfolg der Frührehabilitationseinrichtungen ausmachen, so der Ärztliche Leiter. „Die interdisziplinären Behandlungsteams versuchen gemeinsam mit dem Patienten Vitalfunktionen, Sensomotorik und Koordination sowie mentale und kognitive Funktionen wiederherzustellen.“

Heute stehen in Baden-Württemberg für schwerstbetroffene neurologische Patienten insgesamt 570 Betten zur Verfügung. 191 davon sind in den Kliniken Schmieder in Allensbach, Heidelberg und Stuttgart-Gerlingen aufgestellt, die damit der größte Versorger des Landes mit neurologischer Frührehabilitation sind. In der Allensbacher Abteilung stehen derzeit insgesamt 63 Betten für Patienten der Frührehabilitation. Minister Lucha wies in Bezug auf den Ausbau der Versorgungsstrukturen darauf hin, dass ein großer gesellschaftlicher Mehrwert der Frührehabilitation gerade in der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit liege, die wiederum die Sozialversicherungssysteme entlaste. „Wir wollen eine möglichst umfassende und gute Versorgungsleistung für die Patientinnen und Patienten im Land erreichen“, betonte der Minister nachdrücklich, der selbst aus dem Gesundheitswesen kommt und jahrelang als Krankenpfleger gearbeitet hat.

An allen drei Frührehabilitationsstandorten in Heidelberg, Gerlingen und Allensbach werden die Kliniken Schmieder die Phase-B-Abteilungen ausbauen. Derzeit investieren sie rund 16 Millionen Euro an ihrem Standort in Heidelberg für einen Erweiterungsbau, in Stuttgart-Gerlingen wird voraussichtlich Anfang 2018 der Spatenstich für ein neues Stationsgebäude folgen.

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (3.v.r.) übergibt die Millionenförderung an die Kliniken Schmieder. Im Bild von links: Sabine Schwörer, Geschäftsleitung Allensbach, Dr. med. Michael Kaps, Stellv. Ärztlicher Leiter Neurorehabilitation, Dr. Dagmar Schmieder, Vorsitzende der Geschäftsführung, Paul-Georg Friedrich-Schmieder, Geschäftsführung, Dr. Ulrich Sand-holzer, Geschäftsführung, Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, Prof. Dr. Joachim Liepert, Ärztlicher Leiter Neurorehabilitation, Stefan Friedrich, Bürgermeister von Allensbach

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (3.v.r.) übergibt die Millionenförderung an die Kliniken Schmieder. Im Bild von links: Sabine Schwörer, Geschäftsleitung Allensbach, Dr. med. Michael Kaps, Stellv. Ärztlicher Leiter Neurorehabilitation, Dr. Dagmar Schmieder, Vorsitzende der Geschäftsführung, Paul-Georg Friedrich-Schmieder, Geschäftsführung, Dr. Ulrich Sand-holzer, Geschäftsführung, Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, Prof. Dr. Joachim Liepert, Ärztlicher Leiter Neurorehabilitation, Stefan Friedrich, Bürgermeister von Allensbach