Lokohelp

Gangtraining mit System

Lokohelp

Einführung

Seit mehr als 20 Jahren hat sich die Laufbandtherapie als erfolgreiche, evidenzbasierte Therapiemaßnahme zur Wiedererlangung und Verbesserung der Gehfähigkeit von Patienten nach Schlaganfall und von Patienten mit Rückenmarks- und Hirnverletzungen etabliert. LokoHelp ist ein elektromechanischer Gangtrainer, der in Kombination mit dem Laufband eine erweiterte Hilfestellung für das Ausführen der Gangbewegung leistet. Er wird in den Kliniken Schmieder an den Standorten für Frührehabilitation in Allensbach, Gerlingen und Heidelberg eingesetzt.

Mit dem Gangtrainer, der neben der Körpergewichtsentlastung auch für eine mechanische Gangbewegung sorgt, können auch neurologisch schwerer betroffene Patienten ein Gangtraining absolvieren. Durch die Schrittbewegungen werden Schaltungen im Rückenmark angesprochen und aktiviert, auch wenn die Verbindung zu den höheren Bewegungszentren gestört ist.

Die Therapie mit dem LokoHelp bietet eine hohe Flexibilität bei der Lokomotionstherapie im Einsatz für unterschiedliche Krankheitsbilder und richtet sich nach der individuellen Fertigkeit von Patienten.

LokoHelp ist ein elektromechanischer Gangtrainer, der auf dem „Endeffektor“-Prinzip basiert. Die mechanische Unterstützung für Stand- und Spielbeinphase erfolgt an den Füßen als letztem Glied der kinematischen Kette. Der Patient soll nicht passiv bewegt werden, sondern er soll möglichst aktiv mitarbeiten. Knie- und Hüftstreckung sollen bei Möglichkeit idealerweise vom Patienten selbst kontrolliert werden.

Die Füße des Trainierenden stecken bei der Therapie in speziellen Überschuhen, und ein Gurtsystem entlastet ihn von einem Teil des Körpergewichts. Die Beine werden vom Gerät gesetzt, das eine Geschwindigkeit von maximal zwei km/h zulässt. Geschulte Theapeuten begleiten und unterstützen den Patienten bei der anspruchsvollen Übung. Das Bein wird mithilfe des Geräts maschinell gebeugt und nach vorne gebracht, gleichzeitig wird das Standbein aktiv gestreckt und stabilisiert. Der Patient unterstützt diese vom LokoHelp Gangtrainer vorgegebenen Prozesse.

Wenn möglich, sollte der Patient (falls kognitiv fähig) aktiv mitarbeiten, auch wenn es nur als mentales Training möglich ist. Durch einen Spiegel hat der Patient zudem die Möglichkeit, sich die Bewegung visuell vorzustellen.

Die Praxis zeigt, dass die Betroffenen mit Hilfe des Gangtrainers ihre Gehfähigkeit wieder erlangen oder die Gehstrecke erweitern können. Auch die Qualität des Gangbildes verbessert sich.

Studien belegen, dass die Laufbandtherapie mit Körpergewichtsentlastung dem herkömmlichen Üben des Gehens überlegen ist, da die Anzahl der Belastungswiederholungen von Stand- und Spielbeinphase beim Laufbandtraining in der Regel größer ist und dadurch im Langzeitverlauf eine deutliche Verbesserung der Gehfähigkeit zu erwarten ist.

Patienten die selbstständig keine Schritte machen können, auch nicht mit Hilfsmitteln, profitieren besonders vom Einsatz des LokoHelp. Abdruck, Kniestreckung und Hüftmobilisierung stehen bei der Therapie im Vordergrund.

Für eine selbständige Gehfähigkeit auf dem Boden ist neben den Bewegungen von Stand- und Spielbein auch die Fähigkeit der Haltung und der posturalen Kontrolle notwendig. Während des LokoHelp-Trainings sind Rumpf und Becken des Patienten nicht starr fixiert. Deshalb können währenddessen zusätzlich posturale Anforderungen durch entsprechende Aufgaben gestellt und geübt werden.

Auch bei kognitiv eingeschränkten Patienten ist diese Therapie einzusetzen. Durch das rudimentäre Aktivieren des Gehens kann oft eine Verbesserung der Vigilanz und der Wachheit erreicht werden, auch eine Verbesserung der Wahrnehmung und der Tiefen- und Oberflächensensibilität kann teilweise durch Gangmuster-Aktivierung erreicht werden. Des weiteren werden Rumpf-, Arm- und Schultermuskulatur aktiviert.

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