Lurija Lecture zu Bewegungsvorstellungen

Neurofeedback

Lurija Lecture

Neurofeedback und Bewegungsvorstellung

Mitte April 2019 referierte Prof. Dr. Nicole Wenderoth in der Universität Konstanz zum Thema „Neurofeedback und Bewegungsvorstellung  von der Grundlagenforschung bis zur Neurorehabilitation“. Prof. Dr. Nicole Wenderoth ist Professorin für Neuronale Bewegungskontrolle an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und leitet das dortige Institut für Bewegungswissenschaften und Sport.

Zunächst ging Frau Prof. Wenderoth in ihrem Vortrag auf die Vorgänge im Gehirn bei aktiven Bewegungen ein. Sie stellte dabei Methoden wie motor imagery (MI) und transkranielle Magnetstimulation (TMS) vor. MI bildet hierbei einen mentalen Prozess ab, durch den ein Individuum eine bestimmte Handlung probt oder simuliert. Wobei die Bewegung nicht aktiv ausgeführt wird, sondern ein stimulieren der gewünschten Hirnareale, durch reines Vorstellen des Bewegungsablaufes erfolgt. TMS ist eine Technologie, mit deren Hilfe durch starke Magnetfelder Bereiche des Gehirns sowohl stimuliert als auch gehemmt werden können und in der neurowissenschaftlichen Forschung und Diagnostik zum Einsatz kommen.

Anschließend ging Frau Prof. Wenderoth auf Forschungsergebnisse eigener Studien ein. Untersucht wurde die Hypothese, ob durch reine Bewegungsvorstellung zuständige Hirnareale des Motorcortexes stimuliert werden können. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mit Hilfe des TMS Neurofeedback Trainings erlernen können, die willentliche Kontrolle über ihren Motorcortex zu erlangen. Zudem können motorische Areale im Gehirn bewusst aktiviert oder deaktivieren werden, dabei sind die Probanden in der Lage verschiedene Fingermuskeln derselben Hand selektiv anzusteuern. Der Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Neurofeedback zeigte in der Auswertung der Kurven deutlich flachere Verläufe, was auf eine hohe Relevanz der Feedbackfunktion des Trainings schließen lässt. Zudem konnten langanhaltende Effekte des Trainings nachgewiesen werden.

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