Forschungsprojekt

Grundlagen: Orts- und objektbasierte Mechanismen des Multiple Object Tracking

Hintergrund

Die Fähigkeit, mehrere visuell identische sich unabhängig voneinander bewegende Objekte visuell zu verfolgen, ist eine bemerkenswerte Eigenschaft des menschlichen visuellen Systems.

Methode

Theoretische Ansätze zur Erklärung dieser Fähigkeit konzentrieren sich auf ressourcenbasierte Modelle, die eine parametrische Abnahme der Leistung bei steigenden Anforderungen während der Aufgabe beschreiben (z. B. mehr relevante Objekte, kürzere Abstände, höhere Geschwindigkeiten). Darüber hinaus wurde die Existenz zweier zentraler Tracking-Ressourcen vorgeschlagen, von denen sich jeweils eine in jeder Hemisphäre befindet, wodurch eine unabhängige Verfolgung von sich bewegenden Zielen in jedem visuellen Halbfeld ermöglicht wird. Verhaltensexperimente, die ein solches Modell unterstützen, zeigen, dass menschliche Probanden fast doppelt so viele Ziele über beide Halbfelder hinweg verfolgen können, verglichen mit der Verfolgung innerhalb eines einzigen Halbfelds. Die vorliegende Studie zeigt, dass diese elektrophysiologischen Komponenten wahrend der Verfolgung entweder im linken oder im rechten Halbfeld unterschiedlich ausgeprägt sind.

Ergebnisse

Die Ergebnisse legen nahe, dass Ziele während der Verfolgung im linken Halbfeld überwiegend als objektbasierte Repräsentation aufrechterhalten werden, während im rechten Halbfeld bevorzugt ortsbasierte Ressourcen eingesetzt werden. Interessanterweise scheint die Art der Repräsentation keinen Einfluss auf die Verhaltensleistung zu haben. Die elektrophysiologische Komponente, die auf objektbasiertes Tracking hinweist, korreliert jedoch mit der Leistung.

Leitung

Prof. Dr. Mirca Ariel Schoenfeld
Ärztliche Leitung Neurorehabilitation und Ärztlicher Geschäftsführer
Kliniken Schmieder Heidelberg

PD Dr C. Merkel
Neurologische Universitätsklinik Magdeburg

Prof J. Hopf
Neurologische Universitätsklinik Magdeburg