Stiftung-Schmieder-Preis

Förderung der Wissenschaft

Stiftung-Schmieder-Preis 2018

Am 19. Oktober 2018 wurden zwei Nachwuchsforscherinnen mit dem Stiftung-Schmieder-Preis 2018 für Arbeiten auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation ausgezeichnet. Die Psychologinnen Dr. Laura König und Lisa Finkel erhielten den Preis im Rahmen des Dies academicus an der Universität Konstanz von Lisa Friedrich-Schmieder, der Geschäftsführerin der Stiftung Schmieder für Wissenschaft und Forschung. Sie erläutert die Begründung der Jury: „Die Dissertation von Frau Dr. König ist von herausragender Qualität; die von ihr gewonnenen Erkenntnisse geben neue Impulse für die Entwicklung von Strategien zur Verhaltensänderung im Rehabilitationsprozess. Die Arbeit von Frau Finkel leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Apraxie und ermöglicht somit die gezielte Weiterentwicklung therapeutischer Interventionen."

Frau Dr. König beschäftigte sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Entwicklung einer alltagstauglichen Strategie zur Förderung von gesunder Ernährung mit Hilfe einer Smartphone-Applikation (App). Während die aktuelle Forschung zumeist auf selbstregulatorische Ansätze zur Förderung einer gesunden Ernährung fokussiert, konzentriert sich Frau König in ihrer Dissertation auf die Funktionalität von Essverhalten (z.B. Genuss, Freunde) als Motivator für die Auswahl von Speisen. In ihrer Arbeit verknüpft sie konzeptionelle Ansätze aus den Bereichen der Gesundheitspsychologie (z.B. Stadien-Modelle), der Entscheidungsforschung (z.B. simple heuristics) und der Mensch-Computer-Interaktion (z.B. mobile persuasion). Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bzgl. der Veränderung des Ernährungsverhaltens erweitern die aktuell vorherrschende ‚Lehrmeinung‘ und Interventionsstrategien substantiell.

Der Publikation von Lisa Finkel liegt eine Untersuchung an Schlaganfall-Patienten hinsichtlich ihrer Einschränkungen in der pantomimischen Darstellung des Objektgebrauchs (Instrument zur Diagnostik von Apraxie) zugrunde. Untersucht wurde die Hypothese, dass die derzeit vorliegenden unterschiedlichen Befunde hinsichtlich der Läsion dadurch erklärt werden können, dass die Pantomime des Objektgebrauchs zwei unterschiedliche Aspekte misst: Kommunikation (was will ich mit der Geste übermitteln) sowie motorisch-kognitive Fähigkeiten (wie führe ich die Bewegung aus). Die Studie zielte darauf ab, den Zusammenhang zwischen Läsionslokalisation und spezifischen Fehlertypen bei der Pantomime des Objektgebrauchs zu bestimmen (kommunikative Fehler vs. motorisch-kognitive Fehler). Als Resultat konnte ein Zwei-Netzwerke-Modell für die Pantomime des Objektgebrauchs aufgestellt werden, welches aufzeigt, dass kommunikative Fehler mit Läsionen in eher anterior frontotemporalen Hirnregionen zusammenhängen, während posterior fronto-parietale Läsionen motorisch-kognitive Fehler prädizieren.

 

Die Preisträgerinnen und ihre ausgezeichneten Arbeiten:

Dr. Laura König

Dissertation: Healthy Pleasures: Integrating Food Well‐Being and Simple Eating Behaviour Interventions

Lisa Finkel, M.Sc.

Publikation: Finkel L, Hogrefe K, Frey SH, Goldenberg G, Randerath J. It takes two to pantomime: communication meets motor cognition. NeuroImage: Clinical. Volume 19, 2018, Pages 1008-1017. https://doi.org/10.1016/j.nicl.2018.06.019

Stiftung-Schmieder-Preis 2018

Videoclips: Die Preisträgerinnen erklären ihre Forschungsprojekte

20 Jahre Lurija Institut
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