Nachsorge

Sozialrechtliche Informationen

Nach einer Rehabilitation ist es für Patienten oft wichtig weiter „am Ball zu bleiben!". Nachsorgeleistungen erhöhen die Wirksamkeit von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen, weswegen es eine Reihe von Programmen und Hilfestellungen gibt, die die Erfolge aus der Rehabilitation auch nach der Zeit in der Klinik stabilisieren und sichern sollen. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen einen Überblick über vorhandene Nachsorgeprogramme und Hilfseinrichtungen geben.

Nachsorgeprogramme:
Für Patienten, die eine Anschlussheilbehandlung über die Deutsche Rentenversicherung Bund oder über die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg planen, stehen zwei Reha-Nachsorgekonzepte zur Verfügung. Beide Programme bieten eine Reihe von eigens dafür zugelassenen Einrichtungen an und können Ihnen von Ihrem behandelnden Rehabilitationsarzt verordnet werden.

- IRENA (Intensivierte Rehabilitationsnachsorge)
Dieses Programm für Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund wird berufsbegleitend durchgeführt (z. B. in den Abendstunden) und umfasst bei neurologischen Krankheiten maximal 36 Behandlungseinheiten ohne Zuzahlung vom Versicherten. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung Bund.

– Rehabilitationssport
Der Rehabilitationssport ist eine ergänzende Maßnahme zur medizinischen Rehabilitation. Die Durchführung findet in einer Gruppe, meist in einer anerkannten öffentlichen Sportgruppe eines Sportvereines statt, und beinhaltet bewegungstherapeutische Übungen, wie zum Beispiel Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen und Bewegungsspiele. Die Gruppe wird von einem fachkundigen Übungsleiter überwacht. Ziel ist es, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu fördern, das Selbstbewusstsein zu stärken und (wieder) ein Teil der Gesellschaft zu sein. Der Arzt der Rehabilitationseinrichtung stellt den Bedarf fest und empfiehlt daraufhin eine Durchführung des Rehabilitationssportes.

- BEREIT (Berufliche Reintegration)
In Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg bieten die Kliniken Schmieder mit BEREIT eine berufsorientierte Nachsorge im Anschluss an die stationäre oder ganztägig ambulante Rehabilitation an. Der Rehabilitand wird an seinem Arbeitsplatz umfassend und individuell durch die klinikeigenen Reintegrationscoachs betreut: Der Rehabilitand wird am Arbeitsplatz begleitet und beraten, wie sich mögliche Leistungsdefizite ausgleichen lassen und wie die berufliche Leistungsfähigkeit schrittweise zu steigern ist. Im Kontakt mit Arbeitskollegen, Vorgesetzten oder Angehörigen können die Reintegrationscoachs vermittelnd wirken und den Rehabilitanden weiter bei seiner Rückkehr in das Berufsleben unterstützen. Das Team der Reintegrationscoachs setzt sich aus Mitarbeitern mit neuropsychologischen, berufstherapeutischen und sozialrechtlichen Fachkenntnissen zusammen.

- ASP (Ambulantes Stabilisierungs-Programm)
Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg bietet mit dem ASP ein weiteres Programm zur Nachsorge. Das Ambulante Stabilisierungs-Programm sollte innerhalb von vier Wochen nach Beendigung der ambulanten/stationären Rehabilitationsmaßnahme angetreten werden und muss spätestens zwölf Monate nach der Grundleistung abgeschlossen sein. Die Maßnahme umfasst bei neurologischen Erkrankungen maximal 36 Behandlungseinheiten. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.

Weitere Hilfestellungen in der Nachsorge:
Oft müssen jedoch weiterreichende Maßnahmen und Angebote beansprucht werden, wie zum Beispiel betreutes Wohnen, eine Behindertenwerkstätte, Tagesförderungseinrichtungen, ein Wohn- oder Pflegeheim, ambulante Dienste. Die Finanzierung der Angebote ist sehr verschieden: in Betracht kommen Krankenkasse, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung oder Sozialamt. In vielen Bereichen sind hier Eigenbeteiligungen fällig, oder die Angebote müssen gar komplett selbst bezahlt werden.

Phase G – Angebote
Zwar (noch) keine anerkannte Phase des neurologischen Phasenmodells, so soll neurologischen Patienten der „Phase G" durch ein Therapie-, Beratungs-, Betreuungs- und Pflegeangebot nach erfolgter Rehabilitation / Teilrehabilitation unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" geholfen werden, um so zu einem selbstbestimmten Leben zurückzufinden.

Angebote der Phase F
Trotz aller medizinischen und rehabilitativen Bemühungen in der Akutbehandlung und in der nachfolgenden Rehabilitation bleiben bei einer Reihe von neurologischen Patienten schwerste Schädigungen bestehen. Es gibt Stiftungen und Organisationen, die sich genau für solche Patienten einsetzen:

Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Haushaltshilfenvermittlung über die Arbeitsagentur:
Wer eine Hilfe für pflegebedürftige Angehörige sucht, um so in der vertrauten Umgebung daheim bleiben zu können, kann die Haushaltshilfenvermittlung der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) in Anspruch nehmen.

Zusätzliche Anlaufstellen bei Fragen zur Nachsorge:

Landratsamt: Sozialamt; Abt. Eingliederungshilfe
Bundesagentur für Arbeit
Fragile Suisse - Schweizerische Vereinigung für Hirnverletzte Menschen und Angehörige
Zamor e.V. - Beratungszentrum nach Schlaganfall und Hirnschädigung
Der Paritätische - Paritätische Projekte und Selbsthilfe  
amsel - Das Multiple Sklerose Portal für MS-Betroffene

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