Selbsthilfegruppen

Sozialrechtliche Informationen

Die meisten Menschen mit neurologischen Erkrankungen müssen sich bei Eintritt der Erkrankung zunächst mit der neuen Situation auseinandersetzen. Dies ist oft nicht einfach. Es stellen sich nicht selten viele, manchmal auch existentielle Fragen: Was bedeutet die Erkrankung für mich? Was kommt auf mich zu? Welche Behandlungen stehen an? Wo erhalte ich Informationen und was habe ich für Ansprüche? Wie wirkt sich die Krankheit auf mein Umfeld, Familie oder Arbeitsplatz aus? Habe ich wirtschaftliche Folgen zu befürchten?

Für viele dieser Fragen gibt es Fachleute: Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte, Krankenkassen, Sozialarbeiter usw. Einiges möchte ein Betroffener jedoch nur mit vertrauten Personen besprechen, wie der Familie oder dem Freundeskreis.
Wiederum gibt es Themen, welche dort nicht richtig zu besprechen sind. Vielleicht weil der Einzelne den Partner damit nicht belasten möchte.  Hier kann eine Selbsthilfegruppe eine gute Unterstützung sein.

Was ist eine Selbsthilfegruppe?
Eine Selbsthilfegruppe ist ein Ort, wo sich Menschen in ähnlichen Lebenssituationen zusammenfinden, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu stärken, Informationen auszutauschen oder auch praktische Lebenshilfe zu geben.
Selbsthilfegruppen sind Orte, wo sich „Experten in eigener Sache“ zusammenfinden. Selbsthilfegruppen können von Kranken- und Pflegekassen finanziell unterstützt werden.

An wen richten sich diese Gruppen?
Zunächst möchten sich Selbsthilfegruppen an betroffene Personen richten, z.B. Menschen mit einer bestimmten Erkrankung. Meist wird aber auch das soziale Umfeld angesprochen, da eine schwere Erkrankung immer auch eine Auswirkung auf die gesamte Familie und Bekannte haben wird.

Organisationsformen
In der Selbsthilfe können sich Personen zusammenfinden in losen Gesprächsgruppen, die sich sehr unregelmäßig treffen oder aber zu bundesweit aktiven Vereinen mit festen Veranstaltungsterminen und reger Öffentlichkeitsarbeit.
In vielen Regionen finden so genannte Selbsthilfetage statt, an welchen sich die örtlichen Selbsthilfeorganisationen der Öffentlichkeit zeigen. Auskünfte hierüber können in der Regel die Landratsämter geben.

Informationen
Selbsthilfegruppen informieren Interessierte über Krankheitsbilder, Ansprechpartner oder wie ein Antrag richtig gestellt wird. Außerdem können sie oft Informationsschriften oder Literatur empfehlen. Größere Gruppen sind auch im Internet vertreten (siehe Links). Die Zusammenarbeit mit Experten ist häufig auch gegeben. Dies kann in Form von Vorträgen, Beratungsstunden oder Kontaktvermittlung erfolgen. Häufig ist es für die Betroffenen auch sehr hilfreich von den geschilderten Erfahrungen anderer zu profitieren.

Raum für Gespräche
Selbsthilfegruppen bieten oft einen Ansprechpartner, um die eigenen Probleme und Ängste offen auszusprechen. Nicht immer ist hier das soziale Umfeld, die Familie, der Freundeskreis die richtige Adresse. Menschen mit einer schweren Erkrankung fühlen sich in  bestimmten Situationen von ihrem Umfeld nicht richtig verstanden. Hier kann das Zuhören und Einfühlen von selbstbetroffenen Personen eine wertvolle Stütze sein.

Praktische Alltagshilfe
Selbsthilfegruppen können durch das Berichten eigener Erfahrungen dazu beitragen, dass der einzelne Betroffene für sich neue Wege erkennen kann. Eine konkrete Hilfe wie z.B. die stundenweise Betreuung eines Kindes bzw. pflegebedürftigen Angehörigen, kann dem Betroffenen eine wichtige Entlastung bieten. Nicht selten ist die Unterstützung durch das Begleiten zu Ämtern, Beratungsstellen oder Ärzten eine große Erleichterung.

Weiterführende Informationen/Links
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