Zur Erreichung der Therapieziele gibt es eine Vielzahl an Methoden, Programmen und Materialien – einschließlich PC-gestützer Therapieverfahren. Die Auswahl wird unter Berücksichtigung von Art und Schweregrad der Sprach-, Sprech- oder Schluckstörung, begleitender kognitiver Defizite und der individuellen Therapieziele getroffen.
Es finden sprachtherapeutische Einzel-Behandlungen statt sowie Gruppentherapien, z.B. Sprachtherapie in aufgabenorientierten Kleingruppen oder in Gruppen mit dem Schwerpunkt kommunikativer Aktivierung, des Austauschs im Sinne des Selbsthilfegedankens oder auch Angehörigenberatung. Wenn es vom Therapieziel und der Selbstständigkeit der Patient:innen her möglich ist, wird ein Eigentrainingsprogamm erstellt.
Therapiebereiche
Lautsprachliche oder schriftliche Mitteilungen zu verstehen, wird je nach Schweregrad der Defizite für Einzelwörter, Sätze oder mit Texten geübt.
- Lautwahrnehmung und Lautdifferenzierung
- Erkennen und Verstehen von Schriftzeichen (Buchstaben)
- Verstehen von gesprochenen Wörtern, Sätzen und Texten
- Verstehen von schriftlichen Wörtern, Sätzen und Texten
Die Fähigkeit, sich lautsprachlich oder schriftlich zu äußern, kann mit folgenden Therapieschwerpunkten (auch kombiniert) geübt werden:
- Lautstruktur/Buchstaben produzieren
- Wortfindung/Wortabruf – mündlich und schriftlich
- Satzbildung – mündlich und schriftlich
- Text-/Diskursproduktion (Gespräche führen, Texte schriftlich verfassen)
Bei Defiziten in der Sprechmotorik erfolgt die Behandlung primär an Schlüsselstörungen, d.h. an Beeinträchtigungen derjenigen Sprechkomponente (Atmung, Stimmgebung oder Artikulation), bei der das größte Änderungspotential in Bezug auf eine verbesserte Funktion/Teilhabe erwartet werden kann.
- Training einzelner Funktionskomponenten des Sprechens – Atmung, Stimmgebung, Artikulation
- Training dynamischer Sprech- und Stimmparameter – Lautstärke, Tonhöhenvariation, Rhythmus
- Training sprechmodifizierender Verhaltensweise – z.B. Tempokontrolle, Lautstärkekontrolle, beachten von „Schlüssellauten“ für die Verständlichkeit
- Erarbeitung unterstützender Maßnahmen für das Sprechen – Haltung, Tonusregulierung
- Strategien zur Kompensation von Defiziten (z.B. Verständnissicherung)
- Training einer selbständigen Fehlerkorrektur
- Absprache von Gesprächsregel – eingefordert von der Patientin oder dem Patienten, abgestimmt mit Bezugspersonen
Bei schweren Sprach- oder Sprechstörungen wird der sprachergänzende und sprachersetzende Einsatz von nichtsprachlichen Kommunikationsmitteln (Gesten, Zeichnen, Zeigen, Deuten) geübt. Hierzu zählen auch die Versorgung und der Umgang mit Hilfsmitteln zur Kommunikation
- Die Sprach- und Sprechtherapie erarbeitet gemeinsam mit Patient:innen und Angehörigen, welche Hilfsmittel (z.B. Buchstabentafeln, Kommunikationshefte, elektronische Kommunikationsmittel, sprechtechnische Hilfen) erforderlich sind. Der Einsatz der Hilfsmittel ist Bestandteil der Therapie und wird als Heilmittel gebucht.
Schluckstörungen bedürfen eines besonders sorgfältigen und zuverlässigen Vorgehens unter Federführung und Aufsicht speziell dafür ausgebildeter Therapeuten.
- Die Behandlung von Schluckstörungen basiert auf den drei Säulen Wiederherstellung (Restitution), Erlernen von Ersatzstrategien (Kompensation) und diätetischer Nahrungsanpassung (Adaptation). Im Vordergrund steht hier immer die Aspirationsprophylaxe.
- Patient:innen mit Tracheostoma werden in einem engmaschig kontrollierten Prozedere trainiert mit dem Ziel, der dauerhaften Kanülenentfernung bei selbständiger Beatmung durch Mund und Nase.
Zu den Aufgaben der Sprach- Sprech- und Dysphagietherapie gehört auch die Beratung von Angehörigen, der Hinweis auf Selbsthilfegruppen und die Hilfe bei der Organisation der weiterführenden Behandlung.